Wappen_Wertherbruch

Romanische Fresken; evangelische Kirche Wertherbruch Provinzialstr.   46499 Hamminkeln OT Wertherbruch   Nachdem Peter von Leck 1296 vom Kölner Erzbischof "ein stuicke broicklant gelegen by synen Slaete then Werde" (ein Stück Sumpfland bei seiner Burg Werth gelegen) als Lehen erhalten hatte, erteilte das Reeser Kapitel 1318 die Erlaubnis zum Bau einer ersten eigenen Kirche. Um 1500 wird dem Bau der heutigen, spätgotischen Backsteinkirche begonnen. 1567/68 erzwingt der Graf von Palandt-Culemborg als Landesherr den Übertritt der Wertherbrucher zum reformierten Glauben (cuius regio, eius religio = wessen Land, dessen Glauben, d. h. der Landesherr bestimmt die Religion). Danach werden die farbenprächtigen Wanddekorationen gemäß der neuen Glaubensrichtung auf Geheiß des Landesherrn übertüncht. 1572 beschweren sich die Wertherbrucher Bürger beim Herzog von Kleve über den "Bildersturm" des Grafen von Palandt-Culemborg. Daraufhin annektiert der Herzog von Kleve das Dorf Wertherbruch. Die prächtigen Wandgemälde bleiben jedoch unter der Tünche verborgen, bis man 1903 bei Restaurationsar­beiten auf die vergessenen Schätze stößt, die aus verschiedenen Epochen stammen. Das älteste Fresko stammt aus romanischer Zeit um 1220, was bedeutet, dass bereits vor 1296 und 1318 eine steinerne Kirche im "broicklant" existiert haben muss, auf deren Mauerresten die jeweils nachfolgenden Kirchen errichtet wurden. Ferner muss daraus geschlossen werden, dass schon vor 1296 im Sumpfland gesiedelt wurde. Ein Teil der Fresken wurde freigelegt und sorgsam restauriert, ein anderer Teil blieb im Verborgenen. Zu besichtigen sind die Fresken vor oder nach den Gottesdiensten. Üblicherweise ist die Kirche jedoch auch während der hellen Tagesstunden geöffnet.